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So banal als auch außergewöhnlich

Sexualität begleitet den Menschen ein Leben lang, ist ein Grundbedürfnis und Teil unserer Persönlichkeit. 

Sie umfasst die Gesamtheit der im Geschlechtstrieb begründeten Lebensäußerungen, Verhaltensweisen und Empfindungen und ist weit mehr als nur Geschlechtsverkehr. Deshalb sind fehlende Körperfunktionen für den selbstständigen Geschlechtsverkehr auf keinen Fall maßgebend für sexuelle Identität.

 

Doch was ist, wenn dir diese sexuelle Identität abgesprochen wird?

Ableismus, mangelndes öffentliches Interesse, fehlende Kompetenzen und Konzepte, unklare Rollen in der Betreuung und der Begleitung, sowie veraltete Strukturen führen dazu, dass Menschen mit einer Behinderung kollektiv die Sexualität abgesprochen wird. Es wird über Sie, ihren Körper und ihre Bedürfnisse hinweggesehen, bestimmt und im gleichen Atemzug tabuisiert. Doch es regt sich Widerstand.

 

Diana ist Mutter und angehende Sexualbegleiterin und bietet körperliche und sexuelle Erfahrungen an. Für sie hat jeder Mensch ein Anrecht auf Nähe. Wichtig für sie ist, dass die verschiedenen Ausdrucksformen von Sexualität nicht gewertet werden. „Ich bilde mich als Sexualbegleiterin aus, weil ich die Notwendigkeit hinter dieser Arbeit sehe.“

 

Lukas ist Schriftsteller und nimmt seit mehreren Jahren die Sexualbegleitung und Sexarbeit in Anspruch. „Ich wollte lieber alleine sein, doch meine Verlangen nach Zärtlichkeit, Nähe und Sexualität ging nie fort.“ Transparenz über seine Sexualität ist seine Antwort auf jene Ungerechtigkeit. 

 

Caroline ist überzeugte Feministin und möchte mit ihrem Körper die ambivalente Beziehung zwischen ihrem Körper und der Gesellschaft thematisieren. „Von meinem unattraktiven Körper die Schönheit betonen, die Angst vor dem Fremden nehmen und die Augen der Menschen daran gewöhnen, die Dinge anders zu sehen. Mit dieser Behinderung bin ich genau die, die ich bin, mit all meiner eigenen Individualität und all meinen Ähnlichkeiten mit euch, die sowohl banal als auch außergewöhnlich sind.“